Im Morgengrauen als der Hahn gerade krähte, machten sich 35 Sportlerinnen und Sportler auf nach Bella Italia. Nach unzähligen Gesprächen und Gruppenfotos kamen wir nach acht Stunden in unserer Unterkunft an. Dort überraschten uns ein eigener Pool und warme Temperaturen. Nachdem wir kurz Zeit hatten, es uns in unseren Zimmern gemütlich zu machen, gingen wir zum Strand, um uns dort im Wasser abzukühlen und das atemberaubende Bergpanorama inklusive Monte Baldo Massiv zu genießen. Nach einer kurzen Volleyballsession im Wasser gingen wir zurück zu unserer Unterkunft, um uns ready zu machen für die erste von unzähligen Volleyballsessions auf dem Beachvolleyballfeld und für das gemeinsame Pizzaessen. Nachdem auch der letzte Schüler den Unterschied zwischen Handtuch und Bettdecke gecheckt hatte, konnten alle glücklich einschlafen.
Nicht nur am darauffolgenden Montagmorgen begrüßte uns die Sonne bei unserem morgendlichen Surfkurs. Nachdem wir in Gruppen eingeteilt wurden, bemühten sich unsere Windsurflehrerinnen und -lehrer uns den Kampf mit Wind und Segel beizubringen. Doch dieses Abenteuer erwies sich nicht immer als erfolgreich. War der Beginn zwar erfolgreich, mussten manche den Rückweg mit dem Motorboot antreten. Schließlich war der erste Vormittag vorbei und wir durften unsere Kochkünste bei einem 3-Gänge-Menü präsentieren. Dann ging es nach einer kurzen Busfahrt zum Klettersteig „Ferrata Rio Sallagoni". Wir bekamen von unseren Guides das Equipment sowie wichtige Sicherheitseinweisungen. Danach konnte uns nichts mehr aufhalten und wir begannen nach einem sehr wichtigen Gruppenbild mit dem Klettern. Es begann direkt herausfordernd. Neben einem kalten Bach mussten wir steile Hänge hochklettern. Durch Felsspalten und über Hängebrücken begingen wir den Klettersteig. Als wir am Ende ankamen, waren alle stolz auf ihre Kletterkünste und wir fühlten uns wie Bergziegen. Wir wurden wieder von unserem Busfahrer Matthias abgeholt und fuhren zu einem großen Supermarkt, um für den Abend einzukaufen. Nach dem Abendessen trafen wir uns wieder, um Lias Geburtstag mit Kuchen und Gesang abzurunden und im Anschluss Beachvolleyball und Spikeball zu spielen. Um 23 Uhr kontrollierten die Chefs die Zimmer. Verdächtige Flaschen waren jedoch so gut versteckt, dass man nichts finden konnte, obwohl Herr Braun jeden letzten Winkel im Bad inspizierte.
Am nächsten Tag waren wir ziemlich k.o. und todmüde, aber wir konnten Anni, unsere Surflehrerin, nicht enttäuschen und sind zum Surfkurs, nachdem wir uns mit Frühstück (Nougat Bits) gestärkt hatten. Wir sind die Wellen im Wind geritten und haben danach erstmal gechillt, bevor wir alle zusammen nach Riva del Garda gelaufen sind. Dort haben wir uns mit Eis gestärkt (probiert mal Brioche con Gelato oder so, das ist echt sehr krass). Nach einer kleinen Stadtrundschau sind wir wieder nach Hause und abends selbstverständlich Volleyball spielen gegangen.
Unsere Elitelehrer entschieden sich dazu, sich richtig von ihren Schülerinnen und Schülern bekochen zu lassen. Johanna zauberte eine legendäre Dönerbowl, die mit einem Candlelight Dinner mithalten konnte. Als Dank brachten uns die Lehrer „Aperol" (alkoholfrei) mit, was vorübergehend zu einem riesigen Aufschrei in der Studienfahrtsgruppe führte.
Auch am Mittwochmorgen sind wir voller Motivation aufgestanden. Mit letzter Energie wurden Brote geschmiert, sodass wir um 8:45 Uhr pünktlich vor der Tür standen. Die Gesangseinlage zu „Bella Ciao" von den Jungs hätte niemand toppen können. Zusammen sind wir zum Surfkurs gelaufen und haben uns, wie jeden Morgen, bereit gemacht zu surfen. Dieses Mal klappte es bei allen schon besser und niemand musste vom Boot geholt oder an der Leine herumgeführt werden. Allerdings klemmte sich Noah seinen Fuß zwischen Mast und Surfbrett ein. Für den zwei Meter großen Noah war es nicht leicht, die restlichen Tage mit etwas zu kleinen Krücken hin- und herzuhumpeln.
Einige Surflehrer hatten auch ihre Lieblinge, weshalb Seppe fast alle für sich rekrutieren musste. Nachdem alle Chicas und Leon zusammen ein paar Turns gemacht haben, war der Kurs zu Ende und alle paddelten zurück, weil Windflaute war.
Nach einer kurzen Mittagspause begann unsere Fahrradtour. Eigentlich ganz harmlos, zumindest so lange, bis uns bewusst wurde, dass noch ungefähr 1000 Höhenmeter zwischen uns und unserem Ziel lagen. Spätestens nach den ersten 200 Höhenmetern brannten die Oberschenkel, die Motivation sank und die Frage, warum uns das Herr Beck und Herr Braun eigentlich antun, wurde lauter.
Während sich unsere Gruppe mit jedem Höhenmeter weiter auflöste und wir unterwegs immer mehr Leute verloren, kämpfte sich der Rest heftig strampelnd den Berg hinauf. Platte Reifen, herausgesprungene Ketten und diverse andere technische Schwierigkeiten begleiteten uns auf dem Weg nach oben. Wir schafften es trotz dieser Widrigkeiten dennoch bis zum See.
Oben angekommen waren wir komplett erschöpft und kamen auf die „geniale“ Idee in einem sehr kalten See schwimmen zu gehen. So wechselte der Zustand unserer Oberschenkel innerhalb von ein paar Sekunden vom Brennen zum Erfrieren. Fabi verletzte sich leider und musste ins „Lager der kaputten Füße“ zu Noah. An dieser Stelle geht ein großer Dank an Jakob bzw. seine Mutter für die hervorragende Reiseapotheke, von der alle profitiert haben.
Die beste Überraschung kam im wahrsten Sinne des Wortes, als wir uns eigentlich schon auf den Rückweg machen wollten und plötzlich auch Lia, Sophia und Nicole oben ankamen. Die drei hatten sich tatsächlich bis ganz nach oben durchgekämpft.
Und dann kam der vielleicht schmerzhafteste, aber beste Teil. Die ganzen Höhenmeter, die wir uns mit Schweiß, Blut und Schmerzen über zwei Stunden erkämpft hatten, fuhren wir innerhalb von 15 Minuten einfach wieder hinunter. Wenigstens wussten wir danach, wofür wir gelitten hatten.
Die Krassesten der ganzen Tour waren aber definitiv die Lehrer. Herr Braun fuhr immer wieder den Berg hinunter und anschließend wieder hoch, um zu schauen, ob es allen gut ging, während Herr Beck versuchte, die Gruppe zusammenzuhalten und immer wieder in Rekordtempo zu uns anderen aufholte.
Währenddessen sah die „leichte" Tour mit Frau Jochmus und dem Busfahrer Matthias nicht wirklich leicht aus. Bei gefühlten 40 Grad Steigung kämpften auch wir uns den Berg hinauf und konnten ebenfalls die schöne Aussicht genießen. Abgerundet wurde diese Tour durch einen außerplanmäßigen und zusätzlichen Stopp in Riva del Garda mit einem Gelato.
Auch an diesem Abend wurden die Elitelehrer vorzüglich von Silas und seiner Truppe bekocht. Trotz anfänglicher Planungsschwierigkeiten hinsichtlich der benötigten Mengenangaben zauberten sie ebenso ein erstklassiges Dinner, das perfekt für alle gereicht hat. Es war ein sehr schöner Abend, den alle sehr genossen haben. Beide Dinner wurden mit 10/10 Punkten bewertet. Anschließend endete der Abend, wie denn auch sonst, mit einer Runde Volleyball.
Der Donnerstag begann wie jeder Tag mit einem vorzüglichen Wellenritt auf dem Gardasee, der Wind zeigte sich in exzellenter Form. So konnten wir unsere letzte Windsurfsession richtig genießen. Nachdem zum Mittagessen zum wiederholten Mal Sandwichmaxxing betrieben wurde, ging es mit dem Bus und Matthias nach Verona, wo wir die Stadt euphorisch besichtigten. Frau Jochmus schaffte es, die Frau an der Infotheke vom „Torre dei Lamberti" davon zu überzeugen, dass unsere Schulklasse aus lediglich sieben Schülerinnen und drei Lehrkräften bestand. Oben gab es einen Videoanruf mit Lightning McQueen aka Herr Schnell.
Beim gemeinsamen Dinner beim Italiener hatten wir gute Gespräche und konnten unseren letzten Abend richtig genießen. Trauriger Tiefpunkt des Abends war die vorzeitige Verabschiedung von Herrn Braun. An dieser Stelle danken wir den Lehrkräften Frau Jochmus, Herrn Beck und Herrn Braun für diese goated (greatest of all time; herausragend) Studienfahrt! Zurück in Torbole verbrachten wir noch einen lustigen Abend, ehe wir uns langsam in die süßesten Träume schaukeln ließen.
Leider war es dann doch soweit. Am Freitagmorgen packten wir alle schweren Herzens unsere Koffer und putzten vermutlich zum ersten Mal alle gründlich unsere Apartments. Nach der letzten Zimmerkontrolle und dem letzten Bestecktausch machten wir uns auf den Rückweg. Es dauerte jedoch nicht lange, bis unser Bus von zwei freundlichen italienischen Polizisten angehalten wurde. Die Kontrolle brauchte eine Weile, doch nachdem in unserem Bus nichts Auffälliges gefunden wurde, durften wir unsere Reise fortsetzen. Matthias kutschierte uns wie ein Weltmeister immer näher an unser Ziel. Aufgrund eines langen Staus wurde die Ungeduld im Bus langsam aber sicher größer. Während die einen in unzähligen Runden „make it meme“ und „Stadt, Land, Fluss“ spielten und die anderen in ihrem „TikTok Feed“ oder auf „Brawl Stars“ versanken, fanden unsere Lehrer, die Ruhe zu schlafen, da sie eine relative kurze Nacht durchgemacht hatten. Der Abend war ein Paradebeispiel für die unfassbare Mühe und Zeit sowie den Aufwand, welche unsere Lehrer in diese Studienfahrt gesteckt haben, um sie für uns unvergesslich zu machen. An der Stelle also nochmal einen Riesendank für die lückenlose Planung und Kommunikation vor und während der Studienfahrt! Wir hoffen, Sie hatten so viel Spaß wie wir. Mit Ihnen würden wir nochmal gehen! Danke JoJo, Joshi und Suzie!
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studienfahrt Gardasee
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