Am 23.04.26 besuchten die 10. Klassen gemeinsam mit Klassen der Realschule einen Vortrag des Beauftragten der Landesregierung gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, im Theater an der Halle. Besonders war, dass es sich um einen interaktiven Vortrag handelte, bei dem die Schülerinnen und Schüler aktiv eingebunden wurden.
Zu Beginn führte uns Herr Blume erst einmal langsam an das Thema Antisemitismus heran, indem er seine Arbeit und auch sein Privatleben erklärte. So erfuhren wir, dass Herr Blume sich schon sehr früh in der Politik engagierte und im Zuge dessen viel Hass, auch gegen seine eigene Familie erlebte. Im Jahr 2015/16 war er außerdem an der Rettung von 1000 jesidischen Kindern und Frauen aus dem Irak beteiligt. Danach erklärte er uns, was Antisemitismus überhaupt ist und dass er sich von anderen Formen des gruppenbezogenen Hasses unterscheidet. Während andere Formen des Hasses aus dem Gefühl der Überlegenheit entstehen (z. B. Sexismus oder Rassismus) liegt dem Antisemitismus das Gefühl der Unterlegenheit zugrunde. In diesem Zusammenhang ging er auch auf aktuelle Herausforderungen ein, wie zum Beispiel Kriege, die Hass in alle Richtungen fördern. Eine zentrale Rolle spielen laut ihm vor allem die sozialen Medien als Verstärker extremer Meinungen. Es wurde deutlich, dass Antisemitismus nicht nur offen sichtbar ist, sondern auch versteckt vorkommen kann, zum Beispiel durch Vorurteile im Alltag.
Ein besonderer Bestandteil des Vortrags war die Einbindung der Schülerinnen und Schüler in das Gespräch. Herr Dr. Blume beantwortete alle Fragen – teils sehr persönlich und emotional – und ließ dabei nicht aus, wie wichtig es ist, zu verstehen, dass jeder Mensch ohne Ausnahme Würde besitzt.
Insgesamt regte die Veranstaltung, die von Lehrkräften des HHG und der Realschule organisiert wurde, zum Nachdenken an und zeigte uns, wie essenziell es ist, sich gegen Antisemitismus und Hass allgemein einzusetzen.
Von Julia Weber, 10d
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